Eine Zukunft für Mensch und Natur: Verantwortungsvoller Goldabbau in Peru

Verantwortung übernehmen wo andere zögern

Helveticor zeigt sich als Schweizer Pionier. Der handwerkliche Goldabbau steht seit vielen Jahren in der öffentlichen Kritik. Für viele Unternehmen ist der Goldabbau in Peru, genauer gesagt in Madre De Dios, ein rotes Tuch. Die ökologischen Risiken, der illegale Abbau und Bedenken für die Reputation veranlassen die meisten Marktteilnehmer dazu, sich komplett zurückzuziehen.   

Helveticor geht einen anderen Weg. Wir sind das erste Unternehmen in der Schweiz, das sich bereit erklärt hat, Verantwortung zu übernehmen und dabei zu helfen in Peru an einer verantwortungsvollen Lösung zu arbeiten. Statt die Augen vor den Problemen zu verschliessen, setzen wir uns dafür ein, den Menschen vor Ort eine sichere, gesundheitsschonende Arbeit und ein verlässliches Einkommen zu ermöglichen.  

Als Experte für sichere Logistik und Werttransporte ist es uns bei Helveticor ein zentrales Anliegen, Verantwortung zu übernehmen und einen aktiven Beitrag zum verantwortungsvollen Abbau von Gold zu leisten. Die aktuellen Herausforderungen in Peru zeigen uns, wie wichtig professionelle Strukturen und sichere Rahmenbedingungen für die Bergleute vor Ort sind. Wir sind davon überzeugt, dass ökologische Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung Hand in Hand gehen müssen, um verantwortungsvolle Lieferketten aufzubauen.

Drei Jahre Projektentwicklung uns unser Beitrag

Seit nunmehr als drei Jahren wird an diesem Projekt für verantwortungsvollen und nachhaltigen Goldabbau gearbeitet. Helveticor unterstützt die Wyss Academy for Nature in erster Linie durch einen umfassenden Wissenstransfer. Unser Engagement basiert auf den festen Überzeugungen, dass der Wandel zu resiliente Lieferketten nur durch branchenübergreifende Kooperation und gegenseitige Unterstützung realisiert werden kann.  

Unser Beitrag umfasst folgende Punkte: 

  • Logistik und Supply Chain: Konzeption und Aufbau transparenter, lückenlos nachvollziehbarer Lieferketten für Gold  
  • Bewirtschaftung und Projektpraxis: Operativer Input dazu, wie ein Logistikprojekt vor Ort effizient und praxistauglich bewirtschaftet werden muss  
  • Sicherheitsinfrastruktur: Fachwissen zur sicherheitstechnischen Gestaltung von Transporten und Sammelstellen 

Eine Zukunft in der Mensch und Natur im Gleichgewicht leben

Das ist die zentrale Vision des Unternehmers und Philanthropen Dr. h.c. Hansjörg Wyss. Über die Wyss Foundation und die Wyss Academy for Nature setzt er sich weltweit dafür ein, artenreiche Ökosysteme dauerhaft zu schützen und nachhaltige Lebensgrundlagen für lokale Gemeinschaften zu schaffen (Wyss Foundation) (Wyss Academy for Nature). Seine Philosophie bringt er selbst so auf den Punkt:  

“Wild lands and waters are beste conserved not in private hands, locked behind gates, but as public national parks, wildlife refuges and marine reserves, forever open for everyone to experience and explore…For the sake of all living things, let’s see to it that far more of our plantes is protected by the people, for the people and for all time.”

-Hansjörg Wyss, Gründer  

Wer ist Hansjörg Wyss

Er ist Unternehmer, Philanthrop und engagierter Naturschützer. Sein ganzes Leben widmet er weltweiter Innovationen und Nachhaltigkeit Dieses Engagement hat auf globaler Ebene spürbar seine Wirkung gezeigt. Nach seiner langjährigen und erfolgreichen Karriere in der Medizintechnik als Leiter der Synthes USA, einem Unternehmen, das lebensrettende medizinische Geräte herstellt, widmete er sein Leben zunehmend der Philanthropie. Sein Ziel besteht darin, langfristig einen positiven Wandel zu bewirken.   

Herr Wyss unterstütze unter anderem die Gründung der Wyss Academy for Nature in Bern. Diese Akademie setzt sich für eine nachhaltige Entwicklung ein. Mit ihrer Wirkung auf lokaler, regionaler sowie auch globaler Ebene verkörpert die Wyss Academy die Vision ihres Gründers. Mit seiner Hilfe können sich Forschende, Entscheidungsträger*innen und Gemeinschaften zusammenbringen und so gemeinsame praxisnahe Lösungen für Umweltfragen ausarbeiten.   

Was ist die Wyss Academy for Nature

Die Wyss Academy for Nature ist ein Forschungs-, Innovations- und Umsetzungs-Hub. Sie setzt wissenschaftliches und lokales Wissen direkt in Handeln um. Durch Projekte auf der ganzen Welt bringt sie Forschende, lokale Wissensträgerinnen, Entscheidungsträgerinnen aus der Politik, Unternehmen und Gemeinschaften zusammen, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln und zu testen, die sowohl den Menschen als auch der Natur zugutekommen. Dabei strebt sie danach, eine gerechtere und nachhaltigere Beziehung zwischen Menschen und Natur zu fördern. (Wyss Academy for Nature)

Papiertasche mit der Aufschrift "Research creates knowledge" auf einer Konferenz

Was ist die Wyss Foundation

Die Wyss Foundation ist eine private, gemeinnützige Stiftung, die von Hansjörg Wyss gegründet wurde. Das primäre Ziel der Stiftung ist der weltweite Erhalt der Natur, darunter insbesondere der Landflächen und Ozeane. Ebenfalls leisten sie Unterstützung bei Innovationen in Forschung, Medizin und Gesellschaft. Es ist wichtig zu wissen, dass sich die Wyss Foundation von der Wyss Academy for Nature unterscheidet. (Wyss Foundation)

Die Philanthropie der Wyss Foundation: Ansätze, Schwerpunkte und Wirkung

Die Wyss Foundation verfolgt seit ihrer Gründung im Jahr 1998 das Ziel, innovative und nachhaltige Lösungen zu fördern, die das Leben von Menschen verbessern, lokale Gemeinschaften stärken und die Natur dauerhaft schützen. Bis heute hat die Stiftung gemeinsam mit Partnern, indigenen Gemeinschaften und Regierungen dazu beigetragen, über 130 Millionen Hektar Land und mehr als 5,7 Millionen Quadratkilometer Ozean dauerhaft unter Schutz zu stellen.

Allein im Jahr 2024 hat die Stiftung über 222 Millionen US-Dollar für knapp 130 Organisationen weltweit bereitgestellt. Diese Fördergelder verteilen sich dabei auf vier zentrale Schwerpunkte: 

Kuchengrafik mit den Bereichen, welche von der Wyss unterstützt werden

Natur- und Umweltschutz (ca. 41 %)
Der Schutz der Biodiversität steht im Zentrum der Stiftungsarbeit. Über die globale Initiative Wyss Campaign for Nature wurden bereits mehr als 1 Milliarde US-Dollar bereitgestellt, um das weltweite Ziel zu unterstützen, 30 % der Land- und Meeresflächen der Erde bis 2030 zu schützen (30×30-Ziel). Zu den geförderten Initiativen gehören unter anderem der Andes Amazon Fund zur Sicherung artenreicher Regenwälder in Südamerika (u. a. Peru, Kolumbien, Brasilien) sowie Projekte von The Nature Conservancy und ReWild (Wyss Foundation – Philanthropy).

Medizinische Forschung und Gesundheitsversorgung (ca. 41 %)
Ein weiterer Kernbereich ist die Unterstützung medizinischer Innovationen und der Ausbau der Gesundheitsversorgung für benachteiligte Bevölkerungsgruppen. Herausragendes Beispiel ist das Wyss Institute for Biologically Inspired Engineering an der Harvard University, das mit universitätsübergreifender Forschung bereits über 70 Start-ups und vier tausend Patentanmeldungen hervorgebracht hat (Wyss Foundation – Philanthropy). 

Bildung und Kunst (ca. 11 %)
Die Stiftung investiert gezielt in die Ausbildung zukünftiger Führungskräfte im Umweltbereich über die Programme Wyss Scholars und Wyss Fellows. Darüber hinaus fördert sie bedeutende Kulturinstitutionen wie die Fondation Beyeler in der Schweiz und das Museum of Fine Arts Boston (Wyss Foundation – Philanthropy).

Wirtschaftliche Chancen und soziale Dienste (ca. 7 %)
Um Chancengleichheit zu fördern und Armut zu bekämpfen, unterstützt die Wyss Foundation Organisationen und Think-Tanks, die sich für den Verbraucherschutz einsetzen, Gerechtigkeit fördern und finanziell benachteiligte Familien unterstützen. (Wyss Foundation – Philanthropy). 

Bildschirm von einer Konferenz in Bern mit der Wyss Academy for Nature
Vortrag an einer Konferenz in Bern von der Wyss Academy for Nature

Der Besuch von Dr. Fernando Fernandez bei Helveticor

Am 2. September durften wir Dr. Fernando Fernandez, Senior Research Scientist an der Wyss Academy for Nature, bei uns im Haus begrüssen. Der Gegenstand seines Besuchs war ein intensiv genutzter Austausch darüber, wie der Übergang zu einer verantwortungsvollen Gold-Lieferkette in der Region Madre de Dios in der Praxis umgesetzt kann. Sein Besuch hat einmal mehr verdeutlicht, wie wertvoll die Verzahnung von wissenschaftlicher Forschung und unserer logistischen Praxiserfahrung ist.  

Dr. Fernandez engagiert sich unter anderem im Rahmen des SOR4D-Programms (Solution-oriented Research for Development) (SOR4D Initiative). Das Programm SOR4D ist eine gemeinsame Initiative des Schweizerischen Nationalfonds und der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA). Es fördert lösungsorientierte Partnerschaften zwischen Forschenden aus der Schweiz und dem globalen Süden, um messbare Beiträge zu den nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen (SDGs) zu leisten. 

Im Rahmen des SOR4D-Programms nimmt Dr. Fernando Fernandez an zukunftsweisenden Forschungsprojekten teil. Seine wissenschaftliche Arbeit konzentriert sich auf den handwerklichen und kleinräumigen Goldabbau, insbesondere mit Blick auf wirtschaftliche Anreizsysteme, Nachhaltigkeit und Sozialstrukturen in Peru (Advancing Responsible Small-Scale Gold Mining). 

Die Konferenz bietet eine Plattform für den Austausch über ein breites Themenspektrum. Von nachhaltigen Lieferketten und Umweltgovernance über indigenes Landrecht bis hin zu konkreten Lösungsansätzen für den ökologischen Wandel im globalen Süden. 

Mehr Schweizer Präsenz in Bern

Während der SOR4D-Konferenz wurde die Wyss Academy for Nature von der Schweizer Raffinerie Valcambi begleitet, mit der Helveticor eng zusammenarbeitet. Genau wie Helveticor setzt sich auch Valcambi entschieden für verantwortungsvolle Abbaupraktiken ein, bei denen eine lückenlose Rückverfolgbarkeit oberste Priorität hat. 

Alessia Sironi, Head of Laboratory, vertrat Valcambi in Bern. Auch wenn Valcambi derzeit kein Material aus der Region Madre de Dios bezieht, betonte sie, dass Vertrauen und Integrität das Fundament dieser Branche bilden. Sie hob hervor, dass die strikte Einhaltung formaler Prozesse und Standards unerlässlich ist, um eine verantwortungsvolle Wertschöpfungskette aufzubauen. Valcambi bringt dem Engagement der lokalen Frauen in Madre de Dios großes Vertrauen entgegen und unterstützt deren Arbeit aktiv, um sicherzustellen, dass genau bekannt ist, woher jeder Goldkauf stammt

Valcambi kleiner Goldbarren auf dem Tisch
Valcambi Goldbarren auf einem Tisch mit drei Frauen rundherum

Der Schlüssel hinter den Minen in Peru

In vielen Regionen Lateinamerikas sind es allen voran die Frauen, die im kleingewerblichen Bergbau die Fäden ziehen. Entgegen gängigen Klischees werden zahlreiche Minenbetriebe von Frauen geleitet und organisiert. Sie sind der eigentliche Motor für soziale und ökologische Veränderungen vor Ort. 

Frauen im lateinamerikanischen Bergbau bringen oft eine andere Perspektive in die Arbeit ein. Sie pflegen ein tiefes Bewusstsein für ihre Umwelt und agieren im Umgang mit hochgiftigem Quecksilber deutlich vorsichtiger und weitsichtiger als viele ihrer männlichen Kollegen. Sie werden vor allem von dem Wunsch angetrieben, ihren Kindern, Familien und der lokalen Gemeinschaft eine gesunde Zukunft zu sichern. Aus diesem Grund wollen sie die Arbeits- und Lebensbedingungen im Bergbau zu verbessern und weiterzuentwickeln.  

Im Rahmen unserer Kooperation dürfen wir neben den Vertretern der Wyss Academy for Nature auch eine Delegation von Minenarbeiterinnen bei Helveticor willkommen heissen. Eine von ihnen ist Lucila Huanca, eine herausragende Unternehmerin und Vorreiterin für nachhaltigen Bergbau in Peru. 

Mut zur Veränderung: Das Beispiel Lucila Haunca

Lucila Huanca zeigt eindrücklich, wie der Wandel in der Praxis funktioniert. In ihrer Kleinmine verzichtet sie komplett auf den Einsatz von Quecksilber, obwohl der Stoff in Peru rechtlich nach wie vor nicht verboten ist. Um diesen Schritt zu gehen, musste sie viel Engagement und Mut zeigen.  

  • Hohe Investitionen: Sie nahm viel Geld in die Hand, um moderne, umweltschonende Technologien zu nutzen und die Mitarbeiter vor Ort zu schulen und auszubilden.  
  • Prozessumstellung: Sämtliche Abläufe in ihrer Mine mussten grundlegend neu strukturiert und aufgebaut werden. 
  • Erfolg: Der Mut und das Risiko haben sich für Lucila ausbezahlt. Heute beweist ihr Betrieb, dass verantwortungsvoller und gesunder Goldabbau funktioniert. 

Für uns bei Helveticor ist es eine Selbstverständlichkeit, mutige Frauen wie Lucila Huanca und ihre Mitstreiterinnen zu unterstützen. Indem wir unser Wissen über sichere Werttransporte, Logistik und Lieferketten einbringen, tragen wir dazu bei, die wertvolle Arbeit dieser Frauen zu stärken und ihrem verantwortungsvoll gewonnenen Gold den Weg auf den internationalen Markt zu ermöglichen. 

Die aktuelle Lage des Goldabbaus in peru

Madre De Dios wird als Peru’s Kapitol der Biodiversität und kultureller Vielfalt gesehen. Es gehört zu einem der diversesten Ökosystemen auf der Welt. Jedoch verdeutlicht der handwerkliche Goldabbau in Peru, im Speziellen in der Amazonas-Region Madre de Dios, die drängenden Konflikte zwischen wirtschaftlichem Überleben, Umweltzerstörung und globalem Handel. (History of Mining in Madre de Dios). 

Entwaldung und illegaler Bergbau 
In den letzten Jahrzehnten hat der Goldboom in Madre de Dios zu gravierender Entwaldung und Zerstörung sensibler Regenwald-Ökosysteme geführt. Trotz verstärkter staatlicher Razzien und Kontrollen bleibt es schwierig, den illegalen Goldaabbau zu unterbinden, was eine enorme Herausforderung für die peruanischen Behörden darstellt. (Global Conservation Report). 

Das Quecksilber-Problem
Ein zentrales Umwelt- und Gesundheitsproblem ist die Nutzung von Quecksilber, beim Goldabbau. Das Schwermetall gelangt in Gewässer und Nahrungsketten, wodurch Fische, Arbeiter sowie die lokale Bevölkerung, insbesondere die indigenen Gemeinschaften, extrem hohen Gesundheitsrisiken ausgesetzt sind (IUCN – Mercury in Madre de Dios). Die Menschen vor Ort, welche auf die natürlichen Ressourcen angewiesen sind, könne diese nicht mehr problemlos und ohne Risiken verwenden.  

Schweizer Handelsbeziehungen
Die Schweiz spielt als weltweiter Knotenpunkt für die Goldraffinerie eine bedeutende Rolle im globalen Goldhandel. Daher besteht auf Schweizer Seite ein hohes Interesse daran, Transparenz und Nachhaltigkeit in der Lieferkette aus Ländern wie Peru sicherzustellen 

Strukturelles Marktversagen und das REINFO-System
Aktuelle Analysen zeigen ein tiefgreifendes Marktversagen vor Ort. Verantwortungsbewusst und ohne Quecksilber produziertes Gold erzielt auf den lokalen Märkten oft denselben Preis wie illegal gewonnenes Gold. Bergleute, die in saubere Technologien investieren, tragen höhere Kosten, erhalten dafür jedoch lokal keine finanzielle Entschädigung. Zudem wurde das peruanische Register zur Formalisierung des Bergbaus (REINFO) seit 2016 mehrfach verlängert. Dadurch bietet es zwar rechtlichen Schutz vor Strafverfolgung, führt jedoch häufig zu einem Zustand der Ungewissheit ohne tatsächliche Fortschritte bei den Umwelt- und Arbeitsstandards zu erzielen.

Bild von einer Kleinmine in Madre de Dios
https://www.iucn.nl/en/story/gold-mining-in-madre-de-dios-mercury-in-every-body/

Forschung und Logistik-Know-How gehen Hand in Hand

Nachhaltiger Wandel entsteht nicht durch Wegsehen, sondern durch entschlossenes Handeln. Während Peru für viele Unternehmen ein Tabuthema bleibt, zeigt die Zusammenarbeit zwischen Helveticor und der Wyss Academy for Nature, wie es wirklich funktioniert. Durch den gezielten Wissenstransfer aus der Logistik- und Sicherheitsbranche unterstützen wir die Wyss Academy dabei, faire und ökologische Alternativen für die Bergleute in Madre de Dios zu schaffen. So entsteht Schritt für Schritt eine Zukunft, in der ökologische Verantwortung, soziale Sicherheit und praxistaugliche Logistik ineinandergreifen und ein gemeinsames Fundament bilden.